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Juliane Sacher

Aus Faktenradar

Die ehemals kassenärztlich tätige Juliane Sacher engagiert sich seit Jahrzehnten für alternative Heilmethoden und stellt etablierte medizinische Lehrmeinungen in Frage. Ihre Thesen zu HIV/AIDS, Impfstoffen und Krebs stoßen auf breite Kritik.

Von der Lufthansa-Vertragsärztin zur Impfkritikerin

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Juliane Sacher, 1945 in Dortmund geboren, studierte Humanmedizin in Münster und erhielt 1974 die Approbation. Von 1975 bis 1993 arbeitete sie als Vertragsärztin für die Deutsche Lufthansa, ab 1983 führte sie zugleich eine eigene Praxis. 1990 gründete sie in Hamburg die „DAGNÄ“ (Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter), ein Jahr später folgte die hessische Schwesterorganisation „HAGNÄ“. Zwischen 2000 und 2002 war Sacher an der Bergischen Universität Wuppertal in der medizinischen Statistik tätig. Seit den 1990er-Jahren veröffentlicht sie regelmäßig in alternativen Medien wie „Raum & Zeit“ und „CoMed“, wo sie ihre Ansichten zu Impfungen, Krebs und AIDS darlegt. Mittlerweile hat sie ihre Kassenzulassung zurückgegeben und betreibt in Frankfurt eine Privatpraxis für biologische Krebstherapien, orthomolekulare Medizin und ernährungsbasierte Behandlungskonzepte.

HIV leugnen und Darmflora ins Zentrum rücken

HIV leugnen und Darmflora ins Zentrum rücken

Sacher bestreitet, dass das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) AIDS verursacht. Stattdessen führt sie die Erkrankung auf eine „intestinale Dysbiose“, also eine Störung der Darmflora, zurück. Das Virus selbst sei nach ihrer Überzeugung nie isoliert worden. Folgerichtig lehnt sie antivirale Standardtherapien ab und propagiert ein „ganzheitliches“ Vorgehen, das unter anderem auf Nahrungsergänzungsmittel setzt. Im November 2009 unterzeichnete sie die Webseite virusmyth.org, auf der etablierte HIV/AIDS-Forschung als „Dogma“ bezeichnet wird. Weitere deutsche Unterzeichner sind Hans Tolzin, Stefan Lanka und Claus Köhnlein. Bereits 2008 warb Sacher in einem Fortbildungsprospekt für ein „Praktiker-Kolleg“, bei dem sie unter anderem das Präparat Viathen-T (früher „Biomun“) vorstellte – eine Kräutermischung, die laut Herstellerangaben nicht als Arzneimittel, sondern als Nahrungsergänzung eingestuft ist. Die Ärztekammer Hessen leitete daraufhin ein Ermittlungsverfahren.

Zitate

Ich habe nicht viel dazu beigetragen, ich gebe die Informationen nur weiter. — Juliane Sacher, Wirtschaftswoche, November 2009, zur Squalen-Kettenmail

Weblinks

  1. Homepage der Praxis von Juliane Sacher
  2. Robert Koch-Institut: Krebs in Deutschland
  3. Paul-Ehrlich-Institut: Sicherheitsprofil von Pandemrix

Veröffentlichungen

Einzelnachweise

  1. Asa PB, Wilson RB, Garry RF: Antibodies to squalene in recipients of anthrax vaccine. Exp Mol Pathol. 2002;73(1):19-27. (Berichtigung der ursprünglichen Studie)
  2. Spanggord RJ, Sun M, Lim P, Ellis WY: Enhancement of an analytical method for the determination of squalene in anthrax vaccine adsorbed formulations. J Pharm Biomed Anal. 2006;42(4):494-9.