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Kreationismus

Aus Faktenradar
Version vom 10. Mai 2026, 23:17 Uhr von Faktenradar Redakteur (Diskussion | Beiträge) (Artikel «Kreationismus» angelegt/aktualisiert)
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Kreationismus basiert auf der Überzeugung, dass ein übernatürliches Wesen das Universum erschuf. Die Lehre existiert in vielen Ausprägungen – von der jungen Erde bis zum Intelligent Design – und steht in Spannung zur wissenschaftlichen Evolutionstheorie.

Grundannahmen und religiöse Wurzeln

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Kreationismus geht von der Vorstellung aus, dass das Universum und alles Leben durch einen göttlichen Schöpfer ins Dasein gebracht wurden. Als zentrale Quelle dient häufig die biblische Schöpfungsgeschichte, doch auch andere Religionen kennen entsprechende Mythen. Die Lehre wird besonders von evangelikalen Christen in den USA vertreten, findet aber auch in anderen Kulturen Anhänger. Viele Ausrichtungen postulieren fortwirkende Eingriffe des Schöpfers in die Weltentwicklung. Diskussionen mit Naturwissenschaftlern enden regelmäßig darin, dass kreationistische Argumente letztlich auf den Verweis auf göttliche Absichten zurückgreifen, die empirisch nicht überprüfbar sind.

Spektrum kreationistischer Weltbilder

Spektrum kreationistischer Weltbilder

Die Bandbreite reicht vom Kurzzeit-Kreationismus, der die Erde auf weniger als 10 000 Jahre schätzt und Radiometrische Datierungen für fehlerhaft hält, bis zum Langzeit-Kreationismus, der das wissenschaftliche Erdalter akzeptiert, aber zwischen den biblischen Schöpfungstagen lange Zeiträume einfügt. Der sogenannte wissenschaftliche Kreationismus beansprucht, empirische Belege für eine junge Erde und eine globale Sintflut zu liefern. Evolutionistische Anhänger sehen in der Evolution ein Werkzeug Gottes, während der progressive Kreationismus göttliche Schöpfungsakte zu verschiedenen geologischen Zeitpunkten annimmt. Theistische Evolutionisten räumen natürliche Selektion ein, halten jedoch gelegentliches Eingreifen Gottes für möglich. Intelligent Design (ID) postuliert eine „nichtreduzierbare Komplexität“ biologischer Strukturen und schließt auf einen anonymen Designer, ohne diesen explizit als Gott zu benennen. Im islamischen Raum wird meist ein hohes Erdalter anerkannt, die Evolution des Menschen jedoch verworfen.

Weblinks

  1. Süddeutsche Zeitung: Kreationismus an Bekenntnisschulen
  2. Spektrum.de: Zunahme kreationistischer Strömungen in Europa

Veröffentlichungen

Einzelnachweise

  1. Kitzmiller v. Dover Area School District, 400 F. Supp. 2d 707 (M.D. Pa. 2005)