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Frank Stoner

Aus Faktenradar
Version vom 10. Mai 2026, 23:15 Uhr von Faktenradar Redakteur (Diskussion | Beiträge) (Artikel «Frank Stoner» angelegt/aktualisiert)
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Der Münchner Frank Engelmayer, bekannt als „Frank Stoner“, betätigt sich seit 2014 als Moderator und Multiplikator verschiedener Verschwörungstheorien. Seine Videos behandeln Themen von angeblichen NS-Fluchtrouten bis zur Mondlandungslüge.

Werdegang und mediale Präsenz

Werdegang und mediale Präsenz

Frank Engelmayer, der sich seit Jahren unter dem Künstlernamen „Frank Stoner“ präsentiert, stammt aus München und lebt heute in Chemnitz. Nach eigenen Angaben studierte er Geschichts- und Archäologiewissenschaften, ohne dass ein Abschluss belegt wäre. Mehrere Auslandsreisen führten ihn unter anderem anderthalb Jahre nach Indien. Seit 2014 widmet er sich nach eigener Darstellung „alternativen Medien“ und trat seither in zahlreichen Online-Formaten auf. Zu seinen bisherigen Kooperationspartnern zählten das Kulturstudio mit der „Amok Alex & Frank Stoner Show“, der Web-Kanal RadioEmergencyDe sowie Nuoviso mit dem Format „STONER frank & frei“. Die Zusammenarbeit mit dem gebürtigen US-Amerikaner Alexander Rudzinski, der seit 1985 in Deutschland arbeitet und dort als Radiomoderator auftritt, endete später. Stoner bezeichnet sich selbst auch als „Lebenskünstler“ und DJ.

Thesen zur Flucht Adolf Hitlers nach Südamerika

Thesen zur Flucht Adolf Hitlers nach Südamerika

Ein wiederkehrendes Thema in Stoners Sendeauftritten ist die These, Adolf Hitler habe 1945 den Krieg überlebt und sei nach Argentinien geflohen. In der 64. Ausgabe der „Amok Alex & Frank Stoner Show“ äußerten sich Stoner und Rudzinski, dass der Suizid Hitlers und seines engsten Kreises nicht zweifelsfrei belegt sei. Als Quelle dient ihnen unter anderem die US-amerikanische Organisation „Sharkhunters International“ aus Florida, die von Harry „Sharky“ Cooper geleitet wird. Cooper vertritt in seinem Buch „Hitler in Argentina: The Documented Proof of Hitler’s Escape from Berlin“ die These, Hitler sei per U-Boot in die argentinische Andenregion gebracht worden. Die Sharkhunters organisieren Reisen zu ehemaligen NS-Schauplätzen, verkaufen Militaria und sammeln Spenden unter anderem für die Grabpflege von Großadmiral Karl Dönitz. Ihre Expeditionen führten unter anderem zu den einstigen Wohnorten von KZ-Arzt Josef Mengele und Adolf Eichmann in Südamerika. Cooper beruft sich auf den spanischen Antisemiten Ángar Alcázar de Velasco, der behauptete, Martin Bormann 1945 nach Südamerika gebracht zu haben. Alcázar de Velasco war für das Reichssicherheitshauptamt und die japanische Regierung tätig; seine Angaben galten schon während des Krieges als unzuverlässig. Trotz umfangreicher forensischer Beweise und DNA-Abgleichen für Hitlers und Bormanns Tod halten Cooper und seine Mitstreiter an der Fluchtthese fest.

Weblinks

  1. Deutschlandfunk Kultur: Radikalisierung durch YouTube
  2. Welt.de: Rechtsextreme Ausschreitungen in Chemnitz

Veröffentlichungen

  • Harry Cooper: Hitler in Argentina: The Documented Proof of Hitler’s Escape from Berlin
  • Ángel Alcázar de Velasco: Martin Bormann did not die in Berlin: I took him to South America