Zum Inhalt springen
Das offene Wiki zur kritischen Einordnung von Pseudowissenschaft, Verschwörungserzählungen und Desinformation im deutschsprachigen Raum — 401 Artikel mit transparenten Quellen und dokumentiertem Korrekturrecht.

Bovis-Einheit

Aus Faktenradar
Version vom 10. Mai 2026, 23:15 Uhr von Faktenradar Redakteur (Diskussion | Beiträge) (Artikel «Bovis-Einheit» angelegt/aktualisiert)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Die Bovis-Einheit (BE) wird in der Radiästhesie zur Angabe einer vermeintlichen „Lebensenergie“ verwendet. Ihr Name geht vermutlich auf den Franzosen André Bovis zurück, doch sind weder dessen Identität noch die physikalische Grundlage der Skala gesichert.

Ursprung und Namensgeber

Ursprung und Namensgeber

Die Bovis-Skala tauchte erstmals in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in esoterischen Kreisen Frankreichs auf. Als Namensgeber gilt ein gewisser „A. Bovis“, doch lassen sich über dessen Identität keine verlässlichen Angaben machen. In verschiedenen Quellen erscheinen die Vornamen Antoine, Anton, Alfred oder André; Geburts- und Sterbedaten (12. Januar 1871 – 13. November 1947 in Nizza) werden ebenfalls unterschiedlich mitgeteilt. Der tschechische Radiotechniker Karel Drbal beschrieb in „The Struggle for the Pyramid Patent“ (1976) einen „Antoine Bovis“, der in Nizza einen Eisenwarenladen betrieben und sich mit Pyramidenenergien beschäftigt haben soll. Ein Enkel, der sich selbst als Geobiologe bezeichnet, beruft sich wiederum auf seinen Großvater André Bovis. Da keine amtlichen Registraturen oder publizierten wissenschaftlichen Arbeiten existieren, bleibt die historische Person hinter der Skala ungeklärt.

Technik der ‚Messung‘

Technik der ‚Messung‘

Praktiker bestimmen Bovis-Werte mit Hilfe von Wünschelruten, Pendeln, Biotensoren oder sogenannten Biometern. Ein Biometer ist nichts anderes als eine kreisförmig bedruckte Skala, auf der die Einheiten meist von 0 bis 24 000 oder 48 000 im Uhrzeigersinn aufgetragen sind. Der Radiästhet hält das Instrument über das zu untersuchende Objekt oder geht damit durch einen Raum. Die Zahl, bei der das Pendel eine deutliche Reaktion zeigt, wird als Bovis-Wert notiert. Alternativ zählt eine zweite Person laut rückwärts von einem hohen Wert herunter, bis der Untersucher ein „Stop“ gibt. Die Methode unterliegt dem Carpenter-Effekt: unwillkürliche Muskelbewegungen des Halters überlagern das angebliche Signal, wodurch die Ergebnisse nicht objektiv überprüfbar sind.

Weblinks

  1. Einführung in die Bovis-Skala (Feng-Shui-Portal)
  2. Pendel-Anleitung mit BE-Tabelle (Forum Bioenergetik)
  3. Französische Broschüre von A. Bovis (Skeptic-Ausgabe)

Veröffentlichungen

  • Simoneton, André: Radiations des aliments, ondes humaines et santé. Paris 1949.
  • Drbal, Karel: The Struggle for the Pyramid Patent. Warner Destiny, 1976.