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Basisches Wasser

Aus Faktenradar
Version vom 10. Mai 2026, 23:52 Uhr von Faktenradar Redakteur (Diskussion | Beiträge) (Artikel «Basisches Wasser» angelegt/aktualisiert)
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Produkte mit pH-Werten über 7 erleben Konjunktur. Hersteller versprechen Gesundheitsvorteile, doch Studien fehlen, während Nebenwirkungen dokumentiert sind.

Chemische Eigenschaften und pH-Wert

Chemische Eigenschaften und pH-Wert

Unter basischem Wasser versteht man Trinkwasser mit einem pH deutlich über 7. Je nach Konzentration an Hydroxid-Ionen (OH⁻) spricht die Chemie von einer schwachen Lauge bis hin zu ätzenden Laugen. Reines Wasser weist bei 25 °C und Normaldruck einen neutralen pH von 7 auf; bereits kleine Mengen gelöster Gase oder Salze verschieben diesen Wert. Kohlendioxid aus der Luft senkt den pH-Wert, während Zugabe von Alkalien wie Natrium- oder Kalilauge ihn erhöht. Die Stabilität des pH-Werts hängt von der Pufferkapazität ab. Wasser selbst besitzt nur eine geringe Pufferung, weshalb bereits geringe Stoffmengen starke Verschiebungen bewirken können. Die pH-Skala ist logarithmisch: Ein Sprung von 7 auf 9 bedeutet eine hundertfache Abnahme der Wasserstoffionenkonzentration.

Produktformen und Anwendung

Produktformen und Anwendung

Am Markt existieren drei Gruppen: Fertiggetränke, Konzentrate und Geräte zur Eigenherstellung. Fertige Flaschen mit pH 8–10 beziehen sich gern auf „Gletscherquellen“ in Grönland oder Island, obwohl die geographische Herkunft für die chemische Wirkung irrelevant ist. Konzentrate wie „InnerLight Prime pH Tropfen“ oder „AlkaLife“ enthalten verdünnte Natron- bzw. Kalilauge und sollen tropfenweise ins Leitungswasser gegeben werden, um pH-Werte von 9–12 zu erzielen. Preise liegen bei etwa 30 Euro für 37 ml. Elektrische Wasserionisierer nutzen Elektrolyse: In zwei durch eine Membran getrennte Kammern fließt Wasser, das durch Zusatz von Salzen leitfähig gemacht wurde. An der Kathode entsteht basisches Wasser (pH bis 11), an der Anode saures „Oxidwasser“. Geräte kosten zwischen 600 und 3.200 Euro; bekannt ist das japanische System „Kangen“ des Herstellers Enagic. Befürworter empfehlen 1–2 Liter täglich bei pH 8–9, teils bis zu 30 ml pro Kilogramm Körpergewicht.

Weblinks

  1. Öko-Test: Was ist von basischem Trinkwasser zu halten?
  2. Chem1-Alkaline-Wasser-Irrtümer (engl.)

Veröffentlichungen

Einzelnachweise

  1. US-Patent 5306511: Alkaline additive for drinking water, Sang Whang Enterprises, 1994
  2. CDC: Hospitalisations and Deaths from Non-Viral Hepatitis — Nevada, MMWR 2021