Hans-Joachim Zillmer
Der Bauingenieur Hans-Joachim Zillmer vertritt seit 1998 populärwissenschaftliche Thesen zu Katastrophen, Evolution und Prä-Astronautik. Fachwelt und Wissenschaftsjournalisten werfen ihm methodische Mängel, unkritische Quellennutzung und irreführende Titel vor.
Vom Bauingenieur zum Bestsellerautor

Hans-Joachim Zillmer, 1950 in Mölln geboren, absolvierte ein Studium des Bauingenieurwesens und arbeitete jahrzehntelang als Unternehmer in der Baubranche. Seit Ende der 1990er-Jahre veröffentlicht er Bücher, die sich an ein breites Publikum wenden und alternative Deutungen der Erdgeschichte, der Artenentstehung und globaler Katastrophen präsentieren. Seine Werke erschienen in mehreren Auflagen, werden auf Internetportalen wie Atlantisforschung.de diskutiert und in Kreisen von EFODON sowie dem SYNESIS-Magazin rezipiert. Interviews bei Alpenparlament.TV trugen dazu bei, dass seine Thesen außerhalb des Fachbetriebs sichtbar wurden. Zillmer bezeichnet sich wiederholt als „wissenschaftlichen Autor“, ohne über eine akademische Ausbildung in Geowissenschaften, Biologie oder Archäologie zu verfügen. Die dadurch entstehende Lücke zwischen publizistischem Selbstverständnis und fachlicher Qualifikation bildet den Hintergrund kontroverser Bewertungen.
Kernpunkte des alternativen Weltbilds

Zillmers Bücher verknüpfen mehrere heterodoxe Konzepte. Zentrales Element ist das „Junge-Erde-Katastrophen-Modell“, das annimmt, geologische Zeiträume seien wesentlich kürzer und von mehreren Superfluten geprägt. Als jüngstes Ereignis nennt er einen Meteoriteneinschlag „vor wenigen Jahrtausenden“, der eine Axenverschiebung, rapide Schwerkrafterhöhung und das Aussterben pleistozäner Großtiere bewirkt haben soll. Statt auf allmähliche Prozesse beruft sich Zillmer auf abrupte, weltumspannende Katastrophen, die 80 Prozent der Tierarten auslöschten. Makroevolution lehnt er ab; beobachtbare Veränderungen beschränken sich seiner Ansicht nach auf Mikroevolution innerhalb unveränderlicher Grundtypen. Der Mensch sei nicht das Ergebnis natürlicher Selektion, sondern – in Anlehnung an Prä-Astronautik – durch außerirdische Eingriffe (Annunaki) entstanden. Weitere Leitmotive sind die Expanding-Earth-Hypothese, die Leugnung anthropogenen Klimawandels, die Ablehnung der Plattentektonik sowie die Behauptung eines „Eiszeitalters“ als Fehlinterpretation geologischer Befunde. Diese Thesen bedienen sich teils völlig andersartiger Datierungen: Der Kreide-Tertiär-Impakt liege nicht 65 Millionen Jahre zurück, sondern in historischer Zeit.
Weblinks
- Eintrag auf Psiram
- AG Evolutionsbiologie – Materialiensammlung
- US-Bildungsministerium – Datenbank akkreditierter Hochschulen
Veröffentlichungen
- Zillmer, H.-J.: Darwins Irrtum. Die Geheimnisse der Urzeit. 1998
- Zillmer, H.-J.: Irrtümer der Erdgeschichte. 2006