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	<title>Wiki-Watch - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-11T11:25:50Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Faktenradar</subtitle>
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		<id>https://faktenradar.net/index.php?title=Wiki-Watch&amp;diff=690&amp;oldid=prev</id>
		<title>Faktenradar Redakteur: Artikel «Wiki-Watch» angelegt/aktualisiert</title>
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		<updated>2026-05-10T23:02:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Artikel «Wiki-Watch» angelegt/aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;Das Projekt Wiki-Watch bewertet Wikipedia-Artikel mit bis zu fünf Sternen und beansprucht wissenschaftliche Neutralität. Kritiker werfen den Betreibern jedoch verdeckte PR-Arbeit, politische Einflussnahme und systematische Manipulationen über mehrere Accounts vor.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung und Selbstverständnis ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_e468c010_320px-Wiki-Watch.jpg|thumb|right|Entstehung und Selbstverständnis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiki-Watch ging im Oktober 2010 online und präsentiert sich als „Arbeitsstelle“ im Studien- und Forschungsschwerpunkt Medienrecht der Juristischen Fakultät der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Ziel ist es, die Qualität einzelner Wikipedia-Artikel durch ein Punktesystem sichtbar zu machen und damit zur „Transparenz“ der Online-Enzyklopädie beizutragen. Die Bewertung erfolgt mit einer modifizierten Version der Software WikiTrust der University of California, Santa Cruz. Als Kriterien fließen unter anderem die Zahl der Autoren, die Menge der Quellen und die Bearbeitungshistorie ein. Die Ergebnisse werden öffentlich auf der Projektseite dokumentiert; die Kontrolle darüber liegt ausschließlich bei Wiki-Watch selbst. Trotz der Nennung der Viadrina in Pressemitteilungen und auf der Webseite finanzierte die Hochschule das Projekt nie aus Haushalts- oder Drittmitteln. Die Domains wiki-watch.de, wiki-watch.com und wikiwatch.de sind nicht Eigentum der Universität, sondern laufen auf die Privatadressen der Projektbetreiber Wolfgang Stock und Johannes Weberling.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Personelle Strukturen und formale Zuständigkeit ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_e468c010_320px-Wolfgang_Stock.jpg|thumb|left|Personelle Strukturen und formale Zuständigkeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis September 2011 stand der promovierte Journalist und CDU-Politiker Wolfgang Stock (* 1959) an der Spitze von Wiki-Watch. Stock ist geschäftsführender Gesellschafter der Düsseldorfer PR-Beratung Convincet GmbH, die unter anderem die Videopodcasts der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel konzipierte. Seinen Professorentitel bezieht Stock auf eine Lehrtätigkeit von 2001 bis 2009 an der privaten Gustav-Siewerth-Akademie in Bad Boll, die im Wintersemester 2010/2011 neun Studierende zählte. Nebenamtlich ist er Vorstandsmitglied des evangelikalen „Christlichen Medienverbundes KEP“ innerhalb der Evangelischen Allianz. Als zweiter Leiter fungiert der Frankfurter Rechtsanwalt und Honorarprofessor Johannes Weberling (* 1958), der seit 2018 allein im Impressum auftaucht. Weitere Mitarbeiter nennt Wiki-Watch nicht; in der Öffentlichkeit wurden wiederholt der Wikipediakritiker Andreas Mäckler sowie die Co-Autoren des „Schwarzbuch Wikipedia“ Gunnar Melf und Tobias Hamann mit dem Projekt in Verbindung gebracht. Auch der Rechtsanwalt Florian Thomas Hofmann war zeitweise als Beteiligter ausgewiesen, sein Name wurde später jedoch von der Seite entfernt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bewertungssystem und methodische Kritik ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_e468c010_320px-Wiki-Watch3.jpg|thumb|right|Bewertungssystem und methodische Kritik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewertung einzelner Wikipedia-Artikel durch Wiki-Watch basiert auf einem halbautomatisierten Scoring: Je mehr Autoren und je mehr Fußnoten ein Beitrag aufweist, desto höher fällt die Punktzahl aus. Die Software überprüft zudem, ob Quellen unmittelbar im Text sichtbar sind. Die Kennzeichnung reicht von einem Stern („sehr geringe Qualität“) bis zu fünf Sternen („hohe Qualität“). Kritiker monieren, dass das Verfahren formale Kriterien über inhaltliche Richtigkeit stellt und die Auswahl der geprüften Artikel nicht nachvollziehbar ist. Die Endredaktion liegt ohne externe Kontrolle bei den Wiki-Watch-Betreibern. Dadurch bleibe offen, ob Artikel ausgewählt oder auch bewusst ausgespart werden, etwa weil sie in das geschäftliche oder ideologische Umfeld der Betreiber passen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorwürfe der Meinungsbeeinflussung und „Sockenpuppen“-Affäre ==&lt;br /&gt;
Seit 2011 liegen mehrere Datensätze vor, die zeigen sollen, dass zahlreiche Wikipedia-Accounts gleichsinnige Änderungen vornahmen und dabei formal auf Wolfgang Stock zurückführbar sind. In einem internen Checkuser-Verfahren der Wikipedia wurde für die Konten „Wiki-Watch-de“, „Diskriminierung“, „Kewn Jänkins“, „Advocado2010“ und „Advocado“ ein „technisch sehr wahrscheinlicher“ Zusammenhang festgestellt. Die betroffenen Accounts hatten wiederholt Artikel zum Insulin-Analogen Insulin glargin (Handelsname Lantus, Hersteller Sanofi-Aventis) sowie zum Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und dessen damaligen Leiter Peter Sawicki bearbeitet. Dabei wurden Studien, die auf ein mögliches erhöhtes Krebsrisiko bei Lantus hinwiesen, relativiert, während gleichzeitig das Unternehmen Sanofi-Aventis und dessen Vorstandsvorsitzender Chris Viehbacher positiver dargestellt wurden. In einem Vortrag vor dem CV-Wirtschaftszirkel Düsseldorf hatte Stock bereits 2010 die Kursverluste der Sanofi-Aktie nach der Veröffentlichung der entsprechenden Studie kommentiert und Convincet-Dienstleistungen zur „Web-Überwachung“ angepriesen. Als Zusammenhänge publik wurden, löschte Stock mehrere Folien aus der Online-Version seines Vortrags. Auch in Artikeln zu evangelikalen Organisationen wie World Vision, Christival oder der „Offensive Junger Christen“ sowie in Stichworten wie „Homophobie“ und „Ex-Gay-Bewegung“ fielen dieselben Accounts durch eine einseitige, theologisch konservative Positionierung auf. Der Vorwurf lautet auf systematisches „POV-Pushing“, also das Durchsetzen eines bestimmten Standpunkts unter Missachtung des Neutralitätsgebots.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Medienberichterstattung und juristische Schritte ==&lt;br /&gt;
Am 1. Juli 2011 veröffentlichte FAZ.net den Artikel „Hier prüft der Staatsbürger das Insulin noch persönlich“, der die Verflechtungen zwischen Wiki-Watch, der PR-Agentur Convincet und Sanofi-Aventis darstellte. Wolfgang Stock und Johannes Weberling ließen daraufhin per einstweiliger Verfügung die Online-Version vorläufig entfernen; die Printausgabe war bereits verbreitet. Die FAZ korrigierte einen Detailfehler (maximale Sterne-Zahl) und stellte den Text am 8. Juli wieder online, ergänzt durch Stocks Erklärung, in seinem „großen Haushalt“ lebten acht Personen mit gemeinsamem Internet-Anschluss, weshalb Account-Verwechslungen vorkämen. Der Spiegel widmete der Causa am 11. Juli 2011 eine mehrseitige Reportage und bestätigte, dass Sanofi-Aventis Convincet seit Juli 2009 beauftragt hatte. Dem Bericht zufolge erklärte Stock in einer eidesstattlichen Versicherung, nach Gründung von Wiki-Watch keine Wikipedia-Einträge mehr bearbeitet zu haben; tatsächlich waren jedoch bis Februar 2011 Aktivitäten seines Accounts „Wsto“ dokumentiert. Die öffentliche Aufmerksamkeit führte dazu, dass Stock seine Leitungsfunktion bei Wiki-Watch niederlegte, um, wie es in einer Pressemitteilung der Viadrina hieß, „Schaden von der Hochschule abzuwenden“. Die Universität kündigte an, das Projekt künftig selbst fortzuführen, ohne jedoch Details zur personellen oder finanziellen Ausgestaltung zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Finanzierung, Transparenz und Spendenaufrufe ==&lt;br /&gt;
Offizielle Angaben zur Finanzierung von Wiki-Watch liegen kaum vor. Die Universität Viadrina erklärte auf Anfrage, der Studienschwerpunkt Medienrecht werde ausschließlich aus Drittmitteln gespeist, doch Wiki-Watch selbst erhielt nach Aussage von Johannes Weberling „bislang keine Drittmelfinanzierung“. Als Förderer des Studienschwerpunkts wird wiederholt die Märkische Oderzeitung genannt, die zur Hälfte der Stuttgarter Verlagsgesellschaft und zur Hälfte der Neuen Pressegesellschaft Ulm gehört. Auf der Wiki-Watch-Website existiert ein Spendenbutton, der bis 2025 zu einem PayPal-Account führte, der mittlerweile aufgegeben oder entfernt wurde. Konkrete Summen, Aufwendungen oder Verwendungsnachweise werden nicht veröffentlicht. Kritiker werfen dem Projekt vor, unter dem Mantel akademischer Neutralität Dienstleistungen für Wirtschaftsunternehmen und ideologische Netzwerke zu erbringen, ohne die notwendige Transparenz zu wahren, die es seinen eigenen Wikipedia-Bewertungen attestiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Sollten sich die Vorwürfe gegen Stock bewahrheiten, dann müssen wir in letzter Konsequenz das Ganze einstampfen. — Wolff Heintschel von Heinegg, Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht an der Universität Frankfurt (Oder), im Spiegel-Gespräch&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Es ist gut möglich, dass wir früher mit Accounts auf verschiedenen Laptops eingeloggt blieben und nicht bei jedem Edit immer der taktische Editor angemeldet wurde. — Wolfgang Stock in seiner Ergänzung zur überarbeiteten FAZ-Online-Veröffentlichung&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
# [https://www.wiki-watch.de Wiki-Watch-Homepage (wiki-watch.de)]&lt;br /&gt;
# [https://www.europa-uni.de/de/struktur/jurafakultaet/medienrecht/index.html Europa-Universität Viadrina – Studienschwerpunkt Medienrecht]&lt;br /&gt;
# [https://wikitrust.soe.ucsc.edu WikiTrust-Projekt der University of California, Santa Cruz]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
* [https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19572109/ Risk of malignancies in patients with diabetes treated with human insulin or insulin analogues: a cohort study]&lt;br /&gt;
* [https://www.zeitgeist-verlag.de/buch/schwarzbuch-wikipedia Schwarzbuch Wikipedia – Manipulationen im Internet]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
# [http://www.europa-uni.de/de/struktur/zse/pressestelle/medieninfoarchiv/medieninformation_2010/181-2010/index.html Medieninformation Nr. 181/2010 der Europa-Universität Viadrina]&lt;br /&gt;
# [https://register.dpma.de/DPMAregister/marke/register/302011007719/DE Markeneintragung „Wiki-Watch“ beim DPMA, Aktenzeichen 302011007719]&lt;br /&gt;
# [http://www.faz.net/artikel/C31013/wiki-watch-im-zwielicht-hier-prueft-der-buerger-das-insulin-noch-persoenlich-30452874.html FAZ.net – „Hier prüft der Staatsbürger das Insulin noch persönlich“ (überarbeitete Fassung)]&lt;br /&gt;
# [https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-79259797.html Der Spiegel 28/2011 – „Wir bleiben im Hintergrund“]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Desinformation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Medien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Faktenradar Redakteur</name></author>
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