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	<title>Propagandaschau - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-11T09:23:18Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Faktenradar</subtitle>
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		<id>https://faktenradar.net/index.php?title=Propagandaschau&amp;diff=1348&amp;oldid=prev</id>
		<title>Faktenradar Redakteur: Artikel «Propagandaschau» angelegt/aktualisiert</title>
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		<updated>2026-05-10T23:35:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Artikel «Propagandaschau» angelegt/aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;Von 2013 bis 2018 betrieb ein anonymes Kollektiv unter dem Namen „Propagandaschau“ ein WordPress-Blog, der sich als „Watchblog für Desinformation in deutschen Medien“ verstand. Die Seite deckte tatsächliche Fehler von ARD, ZDF &amp;amp; Co. auf, verband diese jedoch mit pauschalen „Lügenpresse“-Vorwürfen, rassistischen Entgleisungen und pro-russischem Narrativ.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung, Selbstverständnis und Publikum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_2c3e4ea6_340px-Propagandaschau_miosga.jpg|thumb|right|Entstehung, Selbstverständnis und Publikum]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 2013 ging propagandaschau.de online. Im Header prangte der Anspruch, „Propaganda und Desinformation“ in öffentlich-rechtlichen wie kommerziellen Medien zu dokumentieren. Herausgeber war zunächst ein Autor unter dem Pseudonym „DOK“, später gesellten sich weitere Schreiber hinzu. Ein Impressum existierte bis zur Einstellung 2018 nicht; Host und Domaininhaber ließen sich über Whois-Abfragen nur teilweise zurückverfolgen. Trotz oder gerade wegen der Anonymität erreichte das Projekt eine beachtliche Reichweite: Allein auf Twitter folgten bis zu 30.000 Accounts, Einzelbeiträge wurden tausendfach geteilt. Die Inhalte richteten sich vor allem an ein Publikum, das ohnehin skeptisch gegenüber „Mainstream-Medien“ stand: rechte wie linksextreme Verschwörungstheoretiker, Querfront-Aktivisten und Anhänger der AfD. Dass sich ausgerechnet diese Gruppen angesprochen fühlten, lag an der Mischung aus berechtigter Fehleraufdeckung und pauschaler Hetze. Wenn der WDR beispielsweise ein Video mit falschem Ortstitel zur Ukraine-Krise ausstrahlte, wurde der Vorfall zwar korrekt identifiziert, doch statt einer sachlichen Korrektur folgte der Vorwurf, ARD und ZDF seien „Staatsmedien“ und ihre Mitarbeiter „Goebbels-Enkel“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stil und Sprache: zwischen Enthüllung und Diffamierung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_2c3e4ea6_320px-Propagandaschau_Dokumentor_twitter_2017.jpg|thumb|left|Stil und Sprache: zwischen Enthüllung und Diffamierung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Autoren bedienten sich einer radikalen Rhetorik. Journalisten wurden regelmäßig als „Berufslügner“, „Regierungsprostituierte“ oder „Maulhuren“ tituliert. Die deutsch-iranische ARD-Korrespondentin Golineh Atai wurde 2015 mit dem Begriff „Barrikadenbraut“ attackiert; ihr Foto wurde so bearbeitet, dass es an einen polizeilichen Steckbrief erinnerte. Solche Entgleisungen zogen rechtliche Schritte und Strafanzeigen nach sich, blieben aber wegen der Anonymität der Betreiber weitgehend folgenlos. Stellungnahmen der betroffenen Sender wurden ignoriert oder als weiterer Beleg für angebliche Zensur umgedeutet. Die Mischung aus Skandal-Onkologie und persönlicher Diffamierung führte dazu, dass selbst kritische Beobachter den Blog als „antidemokratisch“ einstuften. So konstatierte der Publizist Uli Gellermann, dessen eigene Beschwerden gegenüber dem WDR von „Propagandaschau“ kopiert worden waren, es handle sich um „rassistische, neoliberale und natofreundliche AfD-Unterstützer“, mit denen er nichts zu tun haben wolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhaltliche Schwerpunkte: Russland, Ukraine, Syrien und 9/11 ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_2c3e4ea6_320px-Michael_Radke_Propagandaschau_2018.jpg|thumb|right|Inhaltliche Schwerpunkte: Russland, Ukraine, Syrien und 9/11]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Großteil der Artikel widmete sich der Berichterstattung über Russland und die Ukraine. Beim Abschuss von Flug MH17 im Juli 2014 veröffentlichte „Propagandaschau“ Dutzende Beiträge, die die Verantwortung der prorussischen Separatisten bestreiten und stattdessen Kiew unter Druck setzen. Die Ergebnisse des internationalen Gemeinsamen Ermittlungsteams (JIT), wonach eine russische Buk-Rakete aus rebellenkontrolliertem Gebiet abgefeuert wurde, wurden als „Propaganda“ bezeichnet. Gleiches Muster zeigte sich beim Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal: Die britischen Ermittlungen, wonach die beiden Russen Petrow und Boschirow mit dem Militärgeheimdienst GRU in Verbindung stehen, wurden als unbewiesen abgetan. Auch der mutmaßliche Einfluss Moskaus auf den US-Wahlkampf 2016 wurde systematisch relativiert. Nicht zuletzt bediente sich der Blog wiederholt 9/11-Verschwörungstheorien: Ein Artikel vom Juni 2016 nahm die Berichterstattung der BBC über den britischen Verschwörungstheoretiker David Icke zum Anlass, die offizielle Darstellung zu den Anschlägen vom 11. September 2001 als „Verschwörungstheorie der US-Regierung“ zu bezeichnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Netzwerke und mögliche Hintermänner ==&lt;br /&gt;
Trotz Anonymität lassen sich einige Verbindungen rekonstruieren. Die Domain propagandaschau.de läuft auf den Namen Georgios Geladaris aus Wuppertal, der sich jedoch als bloßer „Technik-Dienstleister“ bezeichnet. Die Variante .net führte bis 2018 auf Dennis Hack aus Weilheim an der Teck, Betreiber des sozialen Netzwerks „Human Connection“. Redaktionell aktiv waren unter anderem die ehemalige SPD-Stadträtin und spätere Linke-Mitglied Maren Müller sowie der Linux-Autor Daniel Kottmair („Deekay“), der zugleich die Facebook-Seite des Blogs administrierte. Kottmair betreute auch die deutschsprachige Seite der russischen Agentur „News Front“, die auf der Krim betrieben wird und als Sprachrohr Moskaus gilt. Weitere Autoren sind der in Moskau lebende Blogger Gert Ewen Ungar (ein Anagramm des bürgerlichen Namens Günter Wagner) sowie mindestens ein Text des umstrittenen Esoterik-Autors Jan van Helsing. Hinweise auf eine direkte finanzielle Förderung durch russische Stellen liegen bisher nicht offen vor, doch fielen Publikationen von „Propagandaschau“ und RT Deutsch wiederhalsartig zeitnah zusammen. So erschienen bei Themen wie der Ukraine-Krise oder der Skripal-Affäre regelmäßig fast identische Beiträge, was auf gemeinsame Redaktionsleitungen oder zumindest auf abgestimmte Narrative hindeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption, Ende und Nachfolgeprojekte ==&lt;br /&gt;
Bis zur Einstellung im August 2018 erschienen rund 3.000 Beiträge. Die Ankündigung des Autors „DOK“ begründete das Aus mit „Arbeitsüberlastung“; Mitautorin Maren Müller kündigte an, die komplette Seite archivieren zu wollen. Tatsächlich veröffentlichte „Propagandaschau“ nach September 2018 nur noch vereinzelt Artikel, pflegte jedoch weiter Twitter und Facebook. Unterstützung erhielt das Kollektiv dabei aus dem Umfeld des Senders RT Deutsch, der in einem Nachruf die „Lücke in der Medienkritik“ beklagte. Seit 2020 firmiert ein Nachfolgeblog unter dem Titel „Propagandamelder Reloaded“, im Impressum wird eine „IG Medienkritik“ mit einer Posteo-Adresse genannt. Die Domain führt auf dieselbe IP wie das ehemalige Forum „Publikumsrat.blog“, das als Ersatzkommunikationsplattform dient. Ob hinter der neuen Seite dieselben Akteure stehen, ist offen; die inhaltliche Ausrichtung ähnelt jedoch früheren Mustern: Kritik an westlichen Medien, Relativierung russischer Kriegsschuld und gelegentliche Verbreitung von Verschwörungstheorien. Der Einfluss bleibt indes deutlich geringer als in der Hochphase von 2014 bis 2018, als einzelne Beiträge die sozialen Netzwerke durchzogen und etablierte Redaktionen zur Korrektur zwangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Seit einiger Zeit übernimmt die Website ‚Propagandaschau‘ Programmbeschwerden von der RATIONALGALERIE. Das macht sie ohne uns zu fragen. Die ‚Propagandaschau‘ unterstützt die rassistische, neoliberale und natofreundliche AfD. Mit Unterstützern dieser Dreckspartei haben wir nichts zu tun. — Uli Gellermann, Free21, 15. September 2016&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Die ‚Propagandaschau‘ hört auf und reißt eine Lücke in die Medienkritik … Gerade die genutzte harte und oft grenzwertige Sprache half dabei, viele in Jahrzehnten aufgebaute Propaganda-Barrieren zu zertrümmern. — RT Deutsch, August 2018&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
# [https://www.denic.de/ Archiv der Domain-Registrierung propagandaschau.de]&lt;br /&gt;
# [https://www.om.nl/onderwerpen/mh17-crash/ Joint Investigation Team (JIT) – Ergebnisse zur MH17]&lt;br /&gt;
# [https://de.rt.com/suche?q=Propagandaschau RT Deutsch-Suche nach „Propagandaschau“]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
* [https://free21.de Gellermann, Uli: „Programmbeschwerden geklaut – Die Propagandaschau übernimmt ohne Nachfrage“, Free21, 15. September 2016]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=0OTDBYWoTAI Stein, Robert: „Bye Bye Propagandaschau“, Stein-Zeit (YouTube), 16. September 2018]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
# [http://www.zeit.de/2015/26/golineh-atai-ard-korrespondentin-ukraine-morddrohung Zeit-Online-Interview mit Golineh Atai zu Morddrohungen, 26/2015]&lt;br /&gt;
# [https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Löschkandidaten/27._November_2014#Die_Propagandaschau_(gelöscht) Wikipedia-Löschdiskussion „Propagandaschau“, November 2014]&lt;br /&gt;
# [http://www.tagesspiegel.de/medien/falsche-bilder-bei-der-ard-zum-ukraine-konflikt-propagandatricks-oder-pannen-in-serie/10637680.html Tagesspiegel-Bericht über falsche ARD-Bilder im Ukraine-Konflikt, September 2014]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Desinformation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Medien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verschwörungstheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsextremismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Faktenradar Redakteur</name></author>
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