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	<title>Oligoscan - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-11T10:23:34Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Faktenradar</subtitle>
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		<id>https://faktenradar.net/index.php?title=Oligoscan&amp;diff=1033&amp;oldid=prev</id>
		<title>Faktenradar Redakteur: Artikel «Oligoscan» angelegt/aktualisiert</title>
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		<updated>2026-05-10T23:19:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Artikel «Oligoscan» angelegt/aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;Das Gerät Oligoscan verspricht innerhalb von Sekunden Mineralstoffe und Schwermetalle im Gewebe zu quantifizieren. Hersteller und Vertriebspartner bewerben das Verfahren als Alternative zur Laboranalytik. Fachseiten und Prüforganisationen stellen die technische Plausibilität und klinische Validität jedoch in Frage.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technisches Konzept und Vertriebsstruktur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_f7ab0c5a_300px-Oligoscan01.jpg|thumb|right|Technisches Konzept und Vertriebsstruktur]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oligoscan wird von der luxemburgischen Firma Luxometrix vertrieben; wesentliche Handelsaktivitäten liegen bei der französischen Gesellschaft Physioquanta. Das System besteht aus einem tragbaren Spektralsensor, der an vier Stellen der Handinnenfläche Licht im Bereich 380–730 nm aussendet und reflektiertes Signal erfasst. Die Daten werden online an einen zentralen Server übermittelt; innerhalb von 20 Sekunden erhält der Anwender ein PDF mit Konzentrationsangaben für 20 Mineralstoffe und 14 Metalle sowie prozentualen Interpretationswerten für Stoffwechsel, „Emotionalen Status“ oder eine vermeintliche Diabetes-Prädisposition. Für jede einzelne Messung fällt eine Gebühr von mindestens 30 Euro an; das Gerät selbst kostete zuletzt zwischen 2 000 und 6 500 Euro, je nach Quelle. Krankenkassen erstatten die Untersuchung nicht, da das Verfahren in Deutschland weder zur Laborleistung noch zur ärztlichen Diagnostik zugelassen ist. Die Verbindung zum Server erfordert die Eingabe persönlicher Daten; wie Patientendaten geschützt werden, bleibt offen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hardware-Herkunft und Messprinzip ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_f7ab0c5a_300px-Oligoscan_Hand.jpg|thumb|left|Hardware-Herkunft und Messprinzip]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der optische Kern entspricht laut mehreren Übereinstimmungen dem Kolorimeter i1Photo pro2 des US-Herstellers X-Rite, das ursprünglich zur Kalibrierung von Druckern und Monitoren dient. Das Gerät arbeitet als Spektralphotometer mit 200 Messpunkten pro Sekunde. Herstellerangaben zufolge soll ohne chemische Reagenzien und ohne Gewebeentnahme eine intrazelluläre Quantifizierung gelingen. Kritiker merken an, dass farblose Metallionen oder Mineralstoffe im Gewebe keine spezifische Absorption im sichtbaren Licht zeigen. Für eine zuverlässige Photometrie müsste zudem die individuelle Hautdicke, Pigmentierung und Streuung pro Person und Messstelle kalibriert werden – ein Aufwand, der laut Herstellerinformationen nicht geleistet wird. Die Reflexionsspektroskopie sei zudem für Elementanalytik nur in engen Grenzen einsetzbar und liefere bei Spurenkonzentrationen keine reproduzierbaren Werte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wissenschaftliche Evidenz und regulatorische Stellungnahmen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_f7ab0c5a_300px-Oligoscan-Ergebnis-Mineralstoffe.png|thumb|right|Wissenschaftliche Evidenz und regulatorische Stellungnahmen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine systematische Suche in der Datenbank PubMed erbrachte bis Januar 2020 keine validierende Vergleichsstudie, die Oligoscan-Messwerte mit konventionellen Laborbefunden aus Blut, Urin oder Gewebe gegenüberstellt. Die auf der Herstellerseite gelistete „wissenschaftliche Referenzliste“ führt 35 Artikel zur Physiologie von Mineralstoffen, nicht jedoch zum Messverfahren selbst. In Frankreich untersagte die Behörde ARPP der Firma Physioquanta 2010 die Werbung für mehrere Geräte, weil Wirksamkeitsnachweise ausblieben. Die niederländische Verbraucherorganisation Skepp erstattete 2017 Anzeige; die zuständige Regulierungsbehörde stufte die Werbung als irreführend ein. In Deutschland weist der Anbieter selbst darauf hin, dass die Analyse „nicht als medizinische Diagnose“ genutzt werden darf. Einzelbeobachtungen zufolge variieren die ermittelten Werte, wenn dieselbe Person vor der Messung ein höheres Alter angibt; ein französischer Toxikologe erhielt bei wiederholter Eigenmessung mit unterschiedlichen Altersangaben unterschiedliche Defizitwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und kommerzielle Anbieter ==&lt;br /&gt;
Trotz fehlender Validierung findet sich das System in Praxen von Heilpraktikern, Apotheken und einzelnen Ärzten. Im deutschsprachigen Raum vertreiben unter anderem die Oligotrade UG (Baden-Württemberg), die Mitocare GmbH (München) und die VitaCellScan GmbH (Rheinland-Pfalz) das Gerät oder Varianten unter Bezeichnungen wie Zell-Check, VitaMedScan oder VitaCellScan. Letztere bestätigt offen, dass ein X-Rite i1Pro2 als Sensor dient. Kooperationen bestehen zu Weiterbildungsinstituten wie der Akademie für menschliche Medizin. Im Ausland ist Oligoscan über Perfect Health Solutions (Luxemburg), Oligoscan Europa (Niederlande) oder Spiren Ventures (Hongkong) erhältlich. In den USA firmierte zeitweise die OligoScan North America LLC in Nevada; Geschäftsführer war der umstrittene Osteopath Rashid Buttar, der wiederholt durch nicht belegte Therapieversprechen auffiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kosten und wirtschaftliches Modell ==&lt;br /&gt;
Der Betreiber erwirbt Hardware und Softwarelizenz, zahlt Aktivierungs- und Registrierungsgebühren und muss anschließend pro Messung online eine Gebühr entrichten. In Deutschland liegt diese Gebühr bei etwa 30 Euro; für die Auswertung wird dem Endkunden ein Preis zwischen 40 und 80 Euro berechnet. Da wiederholte Messungen angeblich „quantenphysikalische Veränderungen“ hervorrufen, empfehlen einige Vertriebspartner, eine erneute Untersuchung erst nach Wochen oder Monaten vorzunehmen – eine Behauptung, die eine unabhängige Replikation praktisch unmöglich macht. Die wirtschaftliche Attraktivität liegt damit nicht zuletzt im wiederkehrenden Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln oder Chelattherapien, die auf Basis der erhobenen Werte empfohlen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
# [http://www.devicewatch.org/reports/oligoscan/overview.shtml Stephen Barrett: A Skeptical Look at the OligoScan]&lt;br /&gt;
# [https://skepp.be/nl/apparatuur/oligoscan Niederländische Verbraucherorganisation Skepp zur Bewertung von Oligoscan]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
* [https://doi.org/10.1055/s-0042-105092 Jesse De Groodt: OligoScan – Messen von Mineralien, Spurenelementen und toxischen Metallen auf Gewebsebene, Erfahrungsheilkunde 65(3), 2016, S. 156-162]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
# [http://cellopart.de/wp-content/uploads/2016/10/OligoScan_sicherheitsdatenblatt_edit_april_2013_2.pdf Technische Datenblatt des Sensors (Cellopart) mit Angaben zu Lichtquelle und Wellenlängenbereich]&lt;br /&gt;
# [https://www.xrite.com/-/media/xrite/files/literature/l7/l7-500_l7-599/l7-519_i1professional_solutions/l7-519_i1_family_de.pdf Produktinformation X-Rite i1Photo pro2]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pseudomedizin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Desinformation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Strukturvertrieb]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Faktenradar Redakteur</name></author>
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