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	<title>Melatonin - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-11T11:25:50Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Faktenradar</subtitle>
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		<id>https://faktenradar.net/index.php?title=Melatonin&amp;diff=1333&amp;oldid=prev</id>
		<title>Faktenradar Redakteur: Artikel «Melatonin» angelegt/aktualisiert</title>
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		<updated>2026-05-10T23:33:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Artikel «Melatonin» angelegt/aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;Melatonin synchronisiert den Schlaf-Wach-Zyklus, schwächt sich mit zunehmendem Alter ab und wird als Arzneimittel gegen Schlafstörungen eingesetzt. Seine Wirkung reicht jedoch weit über den Schlaf hinaus.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildung und circadiane Steuerung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_ebd732c2_320px-Melatonin.jpg|thumb|right|Bildung und circadiane Steuerung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hauptmenge des Hormons Melatonin entsteht nachts in der Epiphyse, einer kleinen Drüse zwischen den Großhirnhemisphären. Ausgehend vom Aminosäurevorläufer Tryptophan wird zunächst Serotonin gebildet, das anschließend in zwei enzymatischen Schritten in Melatonin umgewandelt wird. Die Lichtempfindlichkeit der Netzhaut bestimmt über Nervenbahnen die Taktung dieser Synthese: bereits schwaches Tageslicht hemmt die Aktivität der N-Acetyltransferase, des geschwindigkeitsbestimmenden Enzyms, und lässt die Blutkonzentration rapide absinken. Sobald die Umgebung dunkel wird, steigt die Hormonausschüttung innerhalb von Minuten an und erreicht zwischen zwei und vier Uhr nachts ihr Maximum. Die suprachiasmatischen Kerne des Hypothalamus fungieren dabei als zentrale Schaltstelle: sie empfangen Lichtsignale, geben sie an die Zirbeldrüse weiter und werden ihrerseits durch das zurückfließende Melatonin gebremst – ein Rückkopplungskreis, der den Körper an den 24-Stunden-Rhythmus der Außenwelt bindet. Die Hormonschwankung wirkt als chemisches Zeitsignal für praktisch jede Zelle und hilft, Stoffwechselprozesse wie Kerntemperatur, Cortisolspiegel und Zellteilung aufeinander abzustimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funktionen über den Schlaf hinaus ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_ebd732c2_300px-Mela-synth.jpg|thumb|left|Funktionen über den Schlaf hinaus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Melatonin ist kein klassisches Schlafmittel, sondern ein „Dunkelheitsbotenstoff“. Indem es die Körperkerntemperatur um etwa 0,3 °C senkt und die Energiebereitstellung drosselt, bereitet es den Organismus auf die Nachtruhe vor. Bei zahlreichen Tierarten koordiniert das Hormon darüber hinaus jahreszeitliche Vorgänge: es löst beim Vogel die Herbst- und Frühjahrsrast aus, steuert den Fellwechsel beim Hund oder die Mauser beim Kanarienvogel und beteiligt sich an der Winterstarre einiger Säuger. Beim Menschen beeinflusst es die Gonadenfunktion: hohe Melatoninspiegel vermindern die Motilität menschlicher Spermien und hemmen über eine Hemmung der Gonadotropin-Freisetzung die Pubertätseinleitung. Diese Eigenschaft führte in den 1990er-Jahren zu Versuchen, das Hormon als „Pille für den Mann“ einzusetzen; klinische Weiterentwicklungen wurden jedoch wegen unzureichender Verträglichkeit und unklarer Langzeitwirkung wieder eingestellt. Melatonin wirkt zudem als Radikalfänger und kann DNA-Schäden durch reaktive Sauerstoffspezies vermindern; gleichzeitig moduliert es Immunzellen und verstärkt die zelluläre Abwehr. Ob diese in vitro und im Tiermodell belegten Effekte klinisch relevant sind, bleibt offen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Therapeutische Nutzung und Zulassung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_ebd732c2_300px-Melatonin3.jpg|thumb|right|Therapeutische Nutzung und Zulassung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2008 ist in Deutschland ein Melatonin-Präparat zur symptomatischen Behandlung der primären Insomnie bei Menschen über 55 Jahren zugelassen. Die Dosierung liegt bei 2 mg als Retardtablette, die etwa eine Stunde vor dem gewünschten Schlafbeginn eingenommen wird. Meta-Analysen zeigen einen statistisch signifikanten, aber moderaten Effekt auf die Einschlafzeit (durchschnittliche Verkürzung um zwölf Minuten) und die Schlafeffizienz. Bei Jet-Lag-Beschwerden kann eine fünftägige Einnahme unmittelbar nach der Flugreise die circadiane Neujustierung beschleunigen. Für Kinder und Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störung oder ADHS existieren einige kleinere Studien, die eine Verlängerung der Gesamtschlafzeit um durchschnittlich 30 Minuten berichten; eine allgemeine Empfehlung steht jedoch aus. Strukturell verwandte Wirkstoffe wie Agomelatin kombinieren eine Melatonin-ähnliche Wirkung an MT1/MT2-Rezeptoren mit einer antagonistischen Wirkung am 5-HT2C-Serotoninrezeptor und sind in Europa als Antidepressivum zugelassen. Die Substanz verbessert sowohl die Stimmung als auch den Schlaf-Wach-Rhythmus depressiver Patienten und wird derzeit auf ihre Eignung bei saisonalen Affektstörungen untersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Alter, Entfernung der Zirbeldrüse und Schlafqualität ==&lt;br /&gt;
Mit zunehmendem Lebensalter schrumpft die Epiphyse, es bilden sich verkalkte Einlagerungen, und die nächtliche Hormonproduktion kann um bis zu 80 % abnehmen. Diese physiologische Abnahme korreliert mit dem häufigeren Auftreten von nächtlichem Erwachen und frühem Morgenwachsein bei älteren Menschen. Patienten, bei denen die Zirbeldrüse aufgrund von Tumoren chirurgisch entfernt wurde, berichten über einen fragmentierten Schlaf und eine reduzierte REM-Dauer; eine zeitlich exakte Einnahme von 2–3 mg Melatonin kann diese Symptome lindern. Interessanterweise bleibt ein Teil der Operierten schlafgesund, was auf kompensatorische Mechanismen oder extrazerebrale Melatoninbildung hinweist. Die rhythmische Hormonausschüttung lässt sich durch Lichttherapie am Morgen oder durch Verzicht auf blaues Licht am Abend (z. B. über Filterbrillen) stabilisieren und so der altersbedingten Verschiebung entgegenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Risiken, Nebenwirkungen und regulatorische Lage ==&lt;br /&gt;
Langzeitdaten zur Sicherheit einer täglichen Einnahme fehlen weitgehend. Akute Nebenwirkungen treten bei etwa 5–10 % der Anwender auf und umfassen Kopfschmerzen, Übelkeit, leichte Hypothermie oder lebhafte Träume. In Einzelfälln wurden depressive Verstimmungen oder paradoxe Erregung beschrieben. Tierexperimentell führten hohe Dosen zu Veränderungen an Hoden und Ovarien sowie zu einer Verminderung der Fruchtbarkeit; bei Frauen, die 300 mg oral erhielten, zeigte sich ein gestörter Zyklus. Epilepsie-Patienten berichteten über einen Anstieg der Anfallshäufigkeit, und es besteht der Verdacht einer verstärkten Blutungsneigung unter gleichzeitiger Einnahme von Antikoagulanzien. In der Europäischen Union gilt Melatonin als verschreibungspflichtiges Arzneimittel; Produkte, die online als Nahrungsergänzung aus den USA oder Asien importiert werden, unterliegen keiner vergleichbaren Qualitätskontrolle. „Nachtmilch“ oder „Milchkristalle“ aus dem Nachtmelkprozess enthalten nur Spuren des Hormons – für eine pharmakologische Wirkung müssten mehrere Tonnen pro Tag getrunken werden. Kosmetika mit Melatonin sind nach europäischem Lebensmittel- und Futtermittelrecht nicht zulässig, da eine sichere Außenanwendungsdosis bisher nicht definiert werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
# [https://www.spektrum.de/frage/melatonin-hilft-das-schlafhormon-beim-einschlafen/1941910 Hilft Melatonin beim Einschlafen? – Spektrum.de]&lt;br /&gt;
# [http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Melatonin Melatonin – Schweizer PharmaWiki]&lt;br /&gt;
# [http://www.aerzteblatt.de/archiv/12297 Traum und Realität in der Melatoninforschung – Deutsches Ärzteblatt 1998]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
* Arendt J: Melatonin and the mammalian pineal gland&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
# [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC43027/ Pierpaoli W, Regelson W: Pineal control of aging: effect of melatonin and pineal grafting on aging mice. Proc Natl Acad Sci U S A 1994; 91: 787-791]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pseudomedizin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hormon]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Faktenradar Redakteur</name></author>
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