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	<title>Kornkreis - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-11T08:08:19Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Faktenradar</subtitle>
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		<id>https://faktenradar.net/index.php?title=Kornkreis&amp;diff=1535&amp;oldid=prev</id>
		<title>Faktenradar Redakteur: Artikel «Kornkreis» angelegt/aktualisiert</title>
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		<updated>2026-05-10T23:51:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Artikel «Kornkreis» angelegt/aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;Große Muster in Getreidefeldern faszinieren seit Jahrzehnten. Doch was steckt hinter den geometrischen Formationen – außerirdische Botschaften, Künstler oder einfach Wind?&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was sind Kornkreise und wo kommen sie vor? ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_1088fc57_Kornkreis.jpg|thumb|right|Was sind Kornkreise und wo kommen sie vor?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kornkreise sind Flächen in Getreidefeldern, auf denen die Halme regelmäßig niedergedrückt oder abgebogen sind und aus der Luft geometrische oder figürliche Muster erkennen lassen. Die Erscheinung ist nicht auf Weizen beschränkt; auch Gerste, Hafer, Raps oder Mais werden betroffen. Weltweit werden jedes Jahr bis zu 300 neue Formationen gemeldet, wobei die Mehrzahl aus Südengland stammt. In Deutschland konzentrieren sich die Meldungen auf Bayern, Baden-Württemberg und Brandenburg. Die Verteilung korreliert deutlich mit touristisch gut erschlossenen Regionen: Felder nahe Parkplätzen, Aussichtspunkten oder Autobahnausfahrten sind überrepräsentiert. Seit den 1990er-Jahren nimmt die Zahl der Meldungen leicht ab; bis heute dokumentierten private Archive mehr als 6.000 Formationen in über 50 Ländern. Die Größe reicht von wenigen Metern bis hin zu Kompositionen, die mehrere Hektar bedecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Vorläufer und moderne Wahrnehmung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_1088fc57_300px-Kornkreis_Schwarze_Sonne.jpg|thumb|left|Historische Vorläufer und moderne Wahrnehmung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im 16. Jahrhundert tauchten Berichte über kreisförmige Schäden in Feldern auf. Ein französisches Gerichtsprotokoll von 1590 beschuldigt Dorfbewohner, durch einen „Kreistanz“ Getreide niedergedrückt zu haben. Der englische Naturforscher Robert Plot erwähnt 1686 in Staffordshire runde Grasflächen, die möglicherweise durch Windwirbel entstanden seien. Die Flugschrift „The Mowing Devil“ von 1678 erklärt ein solches Muster als Werk eines teuflischen Mähers. Im 19. Jahrhundert berichtet der Hobbyforscher John Rand Capron in der Zeitschrift „Nature“ von mehreren Kreisen in Surrey, die nach einem Gewitter aufgetreten seien. Fotografisch belegt ist ein Einzelkreis nahe Chichester aus dem Jahr 1932; der Archäologe Cecil Curwen veröffentlichte das Bild fünf Jahre später. Die moderne Debatte begann jedoch erst 1978, als der Landwirt Ian Stevens in Hampshire beim Mähen ein spiralförmig gelegenes Feld fand. Die Lage – ein natürliches Amphitheater nahe der Punch Bowl – war zuvor bereits Zentrum zahlreicher UFO-Meldungen. Seit 1980 steigt die medial Aufmerksamkeit kontinuierlich, parallel zur Zunahme komplexer Motive.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Künstlerische Herstellung und bekannte Selbstbezichtigungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_1088fc57_300px-Crop_circle_maker.jpg|thumb|right|Künstlerische Herstellung und bekannte Selbstbezichtigungen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einzige gesicherte Erklärungsform ist die menschliche Herstellung. 1991 bekannten sich Doug Bower und Dave Chorley aus Southampton öffentlich. Die beiden erklärten, sie hätten 1976 in einer Winchesterer Kneipe die Idee entwickelt, mit einfachen Werkzeugen Nachtarbeiten in Feldern zu verrichten. Ihre Ausrüstung bestand aus einem Seil, einem Brett und einem Hut mit Drahtbügel, der als Kompass diente. Ein Kreis mit zehn Metern Radius beanspruche lediglich 15 Minuten. Ihre Demonstrationen vor laufenden Kameras überzeugten auch Zweifler. In den Folgejahren outeten sich weitere Gruppen: 2002 gestand ein für RTL tätiges Team, für eine Livesendung eine salamipizza-förmige Formation bei Berlin angelegt zu haben. Auch ein 2018 in Uster entdecktes Motiv – ein „Pac-Man“-ähnliches Gesicht mit 60 Meter langem Halbbogen – erwies sich als Projekt des Jugendmagazins „Izzy“. Drei Mitarbeiter brauchten bei Nacht drei Stunden, Seil, Brett und Kompass. Der beteiligte Landwirt hatte zuvor in Interviews seine Überraschung geäußert, „Außerirdische“ würden seine Fläche wählen. Derartige Enthüllungen führen jedoch kaum zu Rückgang der Spekulationen; viele Anhänger vermuten, gezielt Fehlspuren zu legen, um „echte“ Phänomene zu diskreditieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Szene, Kommerz und pseudowissenschaftliche Deutungen ==&lt;br /&gt;
Parallel zur künstlerischen Ebene entstand ein regelrechter Markt. Eintrittsgelder für geführte Feldwanderungen, Helikopterrundflüge, Postkarten, Bücher und Workshops generieren jährlich sechsstellige Euro-Beträge. Vereine wie die 1990 gegründete „Centre for Crop Circle Studies“ (CCCS) zählten einst über 1.000 Mitglieder. In Deutschland gründete sich 1991 die „Forschungsgesellschaft Kornkreise e. V.“ (FGK), die sich laut Satzung „wissenschaftlich fundiert“ mit dem Thema beschäftigen wollte. Selbsternannte „Cereologen“ wie die Berliner Autoren Fosar und Bludorf verbreiten Messungen, denen zufolge angeblich Gravitationsanomalien von zwei Prozent oder Frequenzspitzen bei 150 Hertz auftreten. Die Abweichung erklären sie mit einer „Krümmung der Raumzeit“, die 50-Hz-Oberwelle mit einem mysteriösen „SNI-Signal“. Tatsächlich lassen sich derartige Werte durch ungenaue Pendelmessungen bzw. Oberwellen naher Hochspannungsleitungen erklären. Auch das Auftreten von „Orbs“ auf Fotos beruht in der Regel auf Staubpartikeln oder Reflexionen. Dennoch bleibt die Szene aktiv: Blogs, Messen und Alternativmedien sichern sich ein Publikum, das neue Formationen unabhängig von deren Ursache als spirituelle Zeichen deutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Naturwissenschaftliche Befunde und Erklärungsmuster ==&lt;br /&gt;
Laboruntersuchungen von Pflanzen aus betroffenen Flächen zeigen häufig Verdickungen der Halmknoten (Nodien) sowie abgeknickte, aber nicht gebrochene Halme. Das BLT-Team um den US-amerikanischen Biophysiker Levengood führte diese Merkmale auf kurze Mikrowellen-Einwirkung zurück. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass vergleichbare Wachstumsreaktionen auch nach Windbruch oder durch schwere Maschinen auftreten. Der sogenannte „bent-but-not-broken“-Effekt lässt sich mit dem gravitropen Wachstum erklären: Noch grüne Halme richten sich nach mechanischer Beugung neu aus, wodurch Knoten verdickt werden. Systematische Studien fanden keine Unterschiede zwischen als „echt“ deklarierten und als Fälschung nachgewiesenen Proben. Die These, elektromagnetische Strahlung unbekannter Herkunft wirke als Ursache, konnte bisher nicht reproduziert werden. Auch Infraschall oder Plasma-Wirbel existieren nur als Hypothese. Die Fachliteratur sieht darin ein Paradebeispiel für ein sich selbst erhaltendes Erwartungssystem: Künstler schaffen Motive, Medien berichten, Touristen strömen, Spekulationen entstehen – und inspirieren neue Künstler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit: Mythos und kreative Praxis ==&lt;br /&gt;
Kornkreise vereinen künstlerische Leistung, wirtschaftliche Interessen und tiefgreifende Symbolbedürfnisse. Alle bislang untersuchten Formationen lassen sich mit Werkzeug, Planung und körperlichem Einsatz erzeugen; eine natürliche oder außerirdische Entstehung konnte nicht belegt werden. Gleichwohl bleibt die Faszination intakt, weil die riesigen Muster aus der Luft betrachtet eine ästhetische Erfahrung bieten, die Assoziationen an mathematische Ordnung, Geheimnis und Transzendenz weckt. Für Landwirte bedeuten sie häufig Ertragseinbußen; für Kommunen und Veranstalter sind sie Kultur- und Wirtschaftsfaktoren. Die Geschichte der Kornkreise ist damit weniger eine Frage von Beweisen als eine Geschichte moderner Sagenbildung: Sie erzählt von der Sehnsucht nach dem Wunderbaren in einer technisierten Welt und von der Fähigkeit des Menschen, diese Sehnsucht mit einfachen Mitteln zu bedienen – solange Nachfrage besteht, werden neue Formationen in den nächtlichen Feldern erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
# [http://www.gwup.org/themen/texte/kornkreise/ GWUP-Themenseite Kornkreise]&lt;br /&gt;
# [http://www.sueddeutsche.de/wissen/mythos-was-es-mit-kornkreisen-auf-sich-hat-1.632173 Süddeutsche Zeitung: Was es mit Kornkreisen auf sich hat]&lt;br /&gt;
# [http://www.zeit.de/2002/38/200238_n-kornkreise.xml Zeit-Artikel zu Kornkreisen (2002)]&lt;br /&gt;
# [http://www.skepdic.com/cropcirc.html Skeptic&amp;#039;s Dictionary: Crop Circles]&lt;br /&gt;
# [http://web.archive.org/web/20060707212846/http:/www.csicop.org/hoaxwatch/cropcircles.html CSICOP: Crop Circles – Hoaxwatch]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
* Irving, Robert; Lundberg, John; Pilkington, Mark: The Field Guide: The Art, History &amp;amp; Philosophy of Crop Circle Making. Strange Attractor Press, 2006&lt;br /&gt;
* Nickell, Joe: The Crop Circle Phenomenon: An Investigative Report. Skeptical Inquirer, 1992&lt;br /&gt;
* Kutzer, U.; Kleinferchner, Peter: Kornkreise – im Wandel der Zeit. Skeptiker 3/1999, S. 100–105&lt;br /&gt;
* Hoos, H.; Brunner, F.: Kornkreise – Rätsel in mystischer Landschaft. München, 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
# J. Rand Capron: Storm Effects. Nature, Bd. 22, 1880, S. 290–291&lt;br /&gt;
# Zeit-Artikel „Rehe im Kreisverkehr“, Nr. 29/2005&lt;br /&gt;
# Tagesspiegel-Bericht zur Schwarze-Sonne-Kontroverse um Märkisches Brot-Kalender 2022&lt;br /&gt;
# Anomalistik-Studie zu Operation White Crow, 1990&lt;br /&gt;
# BLT-Laborbericht #114, FGK-Report 3/1999 mit Kommentar Hoos/Braun, FGK-Report 2/2001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Esoterik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verschwörungstheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Desinformation]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Faktenradar Redakteur</name></author>
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